3. DAN Karate-DO, Leiter des  Dojo Nußdorf

Ich begann 1984 beim ESV-Rosenheim mit dem Karate. Neben dem Karate übte ich über mehrere Jahre Tai Ji Quan, Qi Gong und Aikido und binde diese Erfahrungen in mein Karatetraining ein. Dadurch entsteht eine ökonomische, für den Körper sanfte und der Biomechanik folgenden Bewegung. Die physische und psychische „Mitte“ ist der Kern meines Trainings.

Mein Lehrer und Meister Walter, legte besonderen Wert  auf gesundheitliche Aspekte und die Entwicklung der Persönlichkeit. So lernte ich die Bedeutung des Karate als Lebensweg kennen und schätzen.

Diese Entwicklung beeinflusste meine Berufswahl maßgeblich und bewog mich Traditionelle Chinesische Medizin zu lernen. So studierte ich an der Ludwig Maximilian Universität in München Ostasienkunde, mit dem Schwerpunkt Chinesische Medizingeschichte. Parallel dazu absolvierte ich mehrjährige Ausbildungen in der klassischen Akupunktur und TCM. Während meines Studiums besuchte ich für ein viertel Jahr Japan und Okinawa und lernte hier einige Meister und deren Stile kennen.

Heute arbeite ich als Heilpraktiker  in meiner Praxis in Rosenheim, als Palliativ Care Fachkraft in einem multimodalen Therapeutenteam in der Palliativstation am Klinikum in Rosenheim und als Lehrer an verschiedenen Einrichtungen und Schulen für traditionelle Chinesische Medizin.

1992 „erbte“ ich das Dojo beim ESV in Rosenheim und  2002 lösten wir das Dojo in Rosenheim auf, um es am 9.01.2003 in Nußdorf neu zu eröffnen. Nach drei Jahren intensiven Austausch mit den Karategruppen aus Krailling, Gäfelfing und Haag, fanden wir schließlich 2007 das Shikokai Dojo in München.

Shikokai ist die Bezeichnung für klassisches Karate. Shihan (Großmeister) Dr. Heinz Strauß erhielt vor über vierzig Jahren seine Lehrbefugnis von Meister Kawashima Roshi. 1969, löste sich Peter Reinhard aus diesem Dojo und gab es an Walter Fischer meinem Meister weiter.

Nach fast vierzig Jahren fanden wir zurück zu unserer Wurzel. Ein Kreis schließt sich. Anfang 2008 nahm ich Kontakt zu unserem „Großmutterdojo“, dem Shikokai-München unter Leitung von Michael Schwarz auf, von dem wir herzlich aufgenommen wurden. Obwohl unsere Dojos lange Zeit getrennt waren, haben wir sehr ähnliche Entwicklungen durchlaufen und wir stehen heute im engen Kontakt miteinander.

2011 legte ich die Prüfung zum 3. Dan ab und mein Meister Walter übergab mir das Erbe seines Karate.

Karate ist für mich eine Lebenseinstellung, ja zu einem Lebensweg geworden. Heute würde ich es für mich als einen Weg der Achtsamkeit mit mir, meinem Körper und meiner Umwelt beschreiben.

In Nussdorf  üben wir ernsthaft aber auch mit viel Spaß Karate, um mit Mut und Bescheidenheit den  Weg zu uns selbst zu finden und zu gehen. So fließt Karate und das was ich daraus lerne täglich in meine Arbeit, mein Tun und Handeln ein.

Meine Trainingsinhalte sind im technischen Bereich die biomechanischen Prinzipien in der Bewegung zu üben und das „Füllen“ der Technik mit Vorstellungskraft und „Ki“.

Das Herz meines Trainings ist Kata , aus der sich Kihon und Bunkai mit Kumite entwickelt.

Thorsten Hiehler-Stark, geb.1969, 3.Dan Shotokan, Dojoleiter Shikokai-Dojo Nußdorf